Rechtsanwälte

Die nachfolgende Typologie basiert auf einer Studie von Paul E. Mullen, Michele Pathé, Rosemary Purcell and Geoffrey W. Stuart, welche im August 1999 in The American Journal of Psychiatry unter dem Titel "Study of Stalkers" erschienen ist. Die Resultate dieser Studie decken sich auch mit einer neueren Studie aus Deutschland (Harald Dressing, Christine Kühner und Peter Gass; Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim; 12. Juli 2004).

Stalking kann wie jede Form menschlichen Verhaltens das Ergebnis verschiedener Gemütsverfassungen und Geisteszuständen sein. So stellte sich bei der Australischen Studie heraus, dass zwar die Mehrheit der untersuchten Stalker vereinsamt, sozial isoliert und benachteiligt waren, dass aber dennoch Personen aus dem gesamten sozialen Spektrum vertreten waren.

Die Stalkerinnen und Stalker können in fünf Kategorien eingeteilt werden, wobei diese Einteilung hauptsächlich aufgrund der Basis ihrer Motivation und der Situation, aus welcher das Stalking entstand, vorgenommen wird. Aufgrund dieser Typologie sollen schliesslich Aussagen über den Verlauf und die Gefährlichkeit bei bestimmten Stalking-Konstellationen möglich werden (vgl. Prognose).

Gruppe

Motivation

Situation

1  

The rejcted

Der Zurückgewiesene

Rache und/oder Hoffnung auf Wiederherstellung der Beziehung

Intime Beziehung zwischen Täter und Opfer; Beginn der Verfolgung, nachdem diese Beziehung gescheitert ist

2

The intimacy seeker

Der Liebe Suchende

Wunsch nach Beziehung mit Opfer;
Fehlwahrnehmungen der Beziehungsbereitschaft des Opfers;
häufig Liebeswahn

Wahl eines idealen Partners; kann eine bekannte oder völlig fremde Person sein

3

The incompetent suitor

Der "unfähige Verehrer"

Hat das Gefühl, Anspruch auf eine Beziehung mit einer bestimmten Person zu haben

Geringe intellektuelle und soziale Kompetenz; Unerfahrenheit im Aufbau und in der Aufrechterhaltung einer Beziehung

4

The resentful

Der Nachtragende, Rachsüchtige

Tatsächlich oder vermeintlich erlittenes Unrecht, welches die Berechtigung für Stalkingverhalten darstellt

Häufig bei professionellen Kontakten, z.B. Ärzte, Rechtsanwälte

5

The predatory

Der Beutelüsterne

Sexuelle Befriedigung und Kontrolle über das Opfer

Verfolgung und Beobachtung; Entwicklung immer konkreterer Fantasien betreffend einen sexuellen Übergriff